04.01.2016 Claudia

Neues von Niehl 3 – Erste Kabel und Leitungen liegen im Rheintunnel

Die Kabel und Rohre müssen mit besonderer Sorgfalt eingezogen werden, denn der Tunnel wird anschließend verfüllt und ist nicht mehr zugängllich (Bild: RheinEnergie).

In den vergangenen Wochen ging es auf der Baustelle für unser neues Kraftwerk Niehl 3 im wahrsten Sinne des Wortes heiß her, denn der Testbetrieb unter realen Bedingungen, die sogenannte Heiße Inbetriebsetzung, wurde erfolgreich abgeschlossen.

Nach diesen ereignisreichen Wochen ist es auf der Baustelle im Kölner Norden nun etwas ruhiger geworden. Dafür haben die Kollegen ein paar Kilometer weiter an unserer Baustelle für den neuen Rheintunnel, den sogenannten Düker, derzeit alle Hände voll zu tun.

Nachdem im Juli die 650 Meter lange Tunnelröhre fertiggestellt war, konnten Ende Oktober die 110-Kilovolt-Leitungen durch eine im Tunnel verlegte Leerrohrtrasse eingezogen und unter dem Rhein hindurch nach Mülheim verlegt werden. Die Leitungen werden auf beiden Seiten des Dükers mit bereits verlegten Kabelabschnitten verbunden, die unterirdisch über eine Länge von insgesamt etwa fünf Kilometern Niehl 3 mit dem Umspannwerk Kalk verbinden.

Unser neuer Fernwärmetunnel im Querschnitt. Klick auf Bild für Großansicht (Bild: RheinEnergie).

Benötigt wird diese Verbindung, um den im neuen Kraftwerk erzeugten Strom in das Kölner Verteilnetz einzuspeisen. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die 110-Kilovolt-Verbindung schon in Kürze in Betrieb genommen. Im Düker werden seit Anfang Dezember oberhalb der in der Tunnelsohle verlegten Stromkabel Fernwärmerohre und eine Gashochdruckleitung eingezogen. Diese ersetzt die vorhandene Leitung in der Mülheimer Brücke, die aufgrund der bevorstehenden Brückensanierung aus dem Brückenkörper entfernt werden muss.

Beim Einziehen der Fernwärmerohre und der Gashochdruck-Leitung müssen die ausführenden Spezialfirmen äußerst sorgfältig und gewissenhaft vorgehen. Denn nach dem Einbau aller Medienrohre werden die Hohlräume zwischen den einzelnen Rohren mit fließfähigem Dämmer verfüllt und die Rohre sind somit nicht mehr zugänglich. Auch an die verwendeten Materialien werden aufgrund der Wärmeentwicklung und der elektromagnetischen Wechselwirkungen im Tunnel besondere Anforderungen gestellt.

Video: Unter dem Rhein hindurch in 35 Sekunden

Der linksrheinische Abschnitt der Transportleitung, die die Fernwärme von Niehl 3 bis zum Düker bringt, ist zum großen Teil bereits fertiggestellt. Die Arbeiten am rechtsrheinischen Abschnitt von Mülheim nach Deutz beginnen Anfang nächsten Jahres. Bereits jetzt arbeitet ein Team an der Planung des Verteilnetzes, mit dem zukünftig rechtsrheinische Kunden mit Wärme versorgt werden sollen.

Dank der neuen Fernwärmeinfrastruktur, die vom Land NRW mit Mitteln der EU gefördert wird, können zukünftig bis zu 30.000 zusätzliche Haushalte in Köln mit der klimaschonenden Wärme versorgt und damit rund 400.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden.

Dieser Beitrag stammt von unserer Kollegin Claudia Welkisch. Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr sie unter c.welkisch@rheinenergie.com erreichen.

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