Der Handy-Lebenszyklus und das leidige Problem mit den Akkus

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Handy-Akkus sind ein komplexes Umweltthema, das im Wesentlichen aus drei Problemen besteht. Erstens ist das Recycling der aktuell verwendeten Lithium-Ionen-Batterien aufwendig und mit erheblichen Kosten verbunden. Zweitens können, je nach Recyclingtechnologie, nicht alle Wertstoffe wiedergewonnen werden. Drittens ist die Verwendung von Lithium, dem leichtesten Metall der Erde, mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden. 

Der Rohstoff: Lithium

Lithium zählt zu den nicht nachwachsenden Rohstoffen. Zwar kommt es häufig vor, allerdings nur in sehr niedrigen Konzentrationen. Verwendet wird Lithium für Elektroautos, Kameras, Laptops und eben Handys. Die größten Lithium-Vorkommen befinden sich zwischen Bolivien, Argentinien und Chile. Aus den drei Salzseen der Atacama-Wüste wird das stark mineralhaltige Wasser (die Salzlake) in riesige künstlich angelegte Becken gepumpt. Durch eine gezielte Verdunstung wird darin Lithium-Karbonat gewonnen, welches weiterverarbeitet wird. Das Gewinnungsverfahren ist zum einen aufwendig und teuer und verbraucht Unmengen an Wasser, zum anderen könnte Lithium sozusagen zum Öl der Zukunft werden, denn die Elektro-Autobranche setzt nun ebenfalls auf Lithium-Ionen-Akkus.

Das Recycling: kostspielig

Handy-Akkus zu recyceln ist kostspielig: Eine Verwertung kostet laut Umweltbundesamt zurzeit bis zu 3.000 Euro pro Tonne. Rechnet man das auf Elektroautos um, belaufen sich die Kosten auf rund 700 bis 1600 Euro pro Autowrack. Schätzungen zufolge werden bis 2030 elf Millionen Tonnen alter Akkus anfallen, für Deutschland rechnet das Umweltbundesamt mit einer Menge von 30.000 Tonnen pro Jahr. Immerhin: Die sechs Recycling-Anlagen, die es hier bereits gibt, könnten bereits 21.000 Tonnen verwerten.

Die Produktion: emissionsreich

Die Entsorgung der Altgeräte und die mangelhaften Recycling-Möglichkeiten sind allerdings nicht die einzigen Probleme: Auch die Produktion neuer Smartphones stellt eine große Belastung für das Ökosystem dar. Nicht nur, dass die wertvollen und seltenen Rohstoffe aufgebraucht werden. Die Produktion selbst trägt einen großen Anteil, denn sie verursacht Emissionen zahlreicher Schadstoffe. Experten schätzen, dass fast halb so viele der Emissionen, die durch den weltweiten Verkehr verursacht werden, aus Herstellungsprozessen für neue Handys stammen.

Tipps für mehr Nachhaltigkeit

  • Handys so lange wie möglich nutzen (ev. auch noch weiterverkaufen/verschenken)

  • Handys richtig entsorgen (entweder über Rückgabe im Fachhandel, den Altstoffsammelzentren)

  • Mit Fairphones ist ein Smartphone auf den Markt, das für faire Arbeitsbedingungen, konfliktfreie Rohstoffe sowie Nachhaltigkeit bei Wartung, Reparatur und Recycling steht. „Das Fairphone ist noch lange nicht fair“, schreibt der Anbieter und bezieht sich damit auf die Rohstoffgewinnung (erst zwei von 30 Metallen werden konfliktfrei gewonnen). Aber das Fairphone ist der erste Schritt ein nachhaltiges Smartphone auf den Markt zu bringen und die Branche zu verändern: Es besteht aus einzelnen Modulen und kann vom Nutzer selbst zerlegt werden, um defekte Teile auszutauschen.
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