Weltwassertag: Warum Kölner Trinkwasser etwas Besonderes ist

Lutz
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Vorsicht, nass! Der Wassererlebnisplatz in Westhoven ist am Weltwassertag für alle Kinder geöffnet. (Bild: RheinEnergie)

Jedes Jahr zum Weltwassertag am 22. März rückt eines unserer wertvollsten Lebensmittel in den Fokus: Trinkwasser. In Köln fließt es zuverlässig, sauber und jederzeit verfügbar aus dem Hahn – und doch steckt dahinter weit mehr als man ahnt. Wir zeigen euch, was das Trinkwasser in Köln einzigartig macht und wie die RheinEnergie dafür sorgt, dass täglich Wasser in bester Qualität dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Für viele Menschen knapp oder gar nicht verfügbar, ist einwandfreies Trinkwasser für uns eine Selbstverständlichkeit, die einfach so aus dem Hahn fließt: klar, kühl, hygienisch und jederzeit bestens kontrolliert. Etwa 250.000 Kubikmeter Trinkwasser fördert die RheinEnergie täglich für Köln und das Umland. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund 128 Litern pro Tag – Duschen, Kochen, Putzen, alles eingerechnet. Der Rest geht an Gewerbe und Industrie. Doch wie wird aus Grundwasser eigentlich Kölner Trinkwasser?

Wie entsteht Kölner Trinkwasser?

1. Die natürliche Grundlage

Köln gewinnt sein Trinkwasser vollständig aus Grundwasser. Rund 100 Brunnen fördern es aus etwa 20 Metern Tiefe. Auf seinem Weg dorthin wandert es etwa einen Meter pro Tag durch Sand- und Kiesschichten – die sogenannte Bodenpassage. Dabei reinigen Mikroorganismen das Wasser auf natürliche Weise.

2. Ein weit verzweigtes Leitungsnetz

Damit das Wasser zuverlässig bei den Haushalten ankommt, betreibt die RheinEnergie ein 3.066 Kilometer langes Leitungsnetz sowie 1.500 Kilometer Hausanschlüsse – frostsicher verlegt und rund um die Uhr überwacht.

Wer sorgt dafür, dass das Trinkwasser so gut bleibt?

1. Ein Team aus Fachleuten

Rund 350 Mitarbeitende arbeiten jeden Tag daran, Köln und das Umland zuverlässig mit Trinkwasser zu versorgen. Naturwissenschaft, Technik und Erfahrung greifen dabei ineinander: von Chemikerinnen oder Grundwasser-Beobachtern über Labor-Teams bis hin zu Ingenieurinnen, Elektronikern und Anlagenspezialisten.

2. Strenge Kontrollen der Messstellen

Mehr als 1.100 Messstellen beobachten permanent die Qualität des Grundwassers. Dadurch können Veränderungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen bei Bedarf rechtzeitig eingeleitet werden. Das hauseigene Labor analysiert zudem jedes Jahr zehntausende Proben. Jede einzelne ist ein weiterer Baustein in einer soliden Sicherheitskette.

Sie bringen den Menschen das Wasser näher (v.l.n.r.): der Schweizer Spielplatzentwickler Fredy Vetter (Ecovia), Dr. Carsten Schmidt und Dr. Nils Horstmeyer (beide RheinEnergie), Veronika Dunkel (Wasserschule Köln) und Susanne Fabry (RheinEnergie). (Bild: RheinEnergie)

Warum ist Kölner Trinkwasser so sicher?

1. Nachhaltiger Schutz seit über 40 Jahren

Sauberes Trinkwasser beginnt nicht erst im Brunnen. Seit vier Jahrzehnten arbeitet die RheinEnergie mit Landwirtinnen und Landwirten sowie der Universität Bonn zusammen. Durch gezielte Maßnahmen, etwa beim Düngemitteleinsatz, werden Nitrateinträge im Grundwasser dauerhaft niedrig gehalten. Auch 450 Hektar eigener Wald tragen zu stabilem, sauberem Grundwasser bei.

2. Aktivkohle als zusätzliche Barriere

Obwohl das Rohwasser bereits sehr sauber ist, nutzt die RheinEnergie jährlich rund 1.029 Kubikmeter Aktivkohle. Die gigantische Oberfläche dieses Materials entspricht über 473.000 Quadratkilometern – ein vorsorglicher Schritt, um auch Spurenstoffe zuverlässig zu binden.

3. Stabiler Grundwasserspiegel – seit über 100 Jahren

Die RheinEnergie dokumentiert den Grundwasserstand der Kölner Bucht seit 1916. Das Ergebnis: Der Grundwasserkörper ist stabil, und die Entnahme liegt deutlich unter dem, was möglich wäre. Selbst mehrere trockene Jahre würden die Versorgung nicht gefährden.

Weltwassertag in Köln: Anlass zum Anstoßen

Köln hat das Glück, auf einer der sichersten Trinkwasserquellen Europas zu sitzen. Jedes Glas Wasser ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forschung, täglicher Kontrollen und nachhaltiger Schutzmaßnahmen – vieles davon passiert im Verborgenen. Der Weltwassertag erinnert uns daran, wie wertvoll diese Ressource ist.

Über 2.000 Besuchende kamen am 22. März nach Westhoven ins Wasserwerk der RheinEnergie. (Bild: RheinEnergie) 

Familienfest am Wasserwerk in Westhoven 

Jedes Jahr wird der Weltwassertag im Wasserwerk Westhoven zu einem besonderen Erlebnisort. Bei einem großen Familienfest verwandelt sich das Gelände an der Porzer Ringstraße für einige Stunden in eine Mischung aus Lern‑, Mitmach‑ und Spielwelt. Mehr als 2.000 Gäste nutzten 2026 die Gelegenheit, sich an zahlreichen Stationen über das Thema Trinkwasser zu informieren und gleichzeitig einen abwechslungsreichen Tag zu verbringen.

Kinder erkundeten den großen Wassererlebnisplatz, planschten, experimentierten und entdeckten gemeinsam mit ihren Eltern die interaktive Dauerausstellung zum Wasserkreislauf – das Herzstück der Kölner Wasserschule, die die RheinEnergie gemeinsam mit dem Wasserforum Köln und den StEB betreibt. Dort können Besuchende nachvollziehen, wie aus Rohwasser sauberes Trinkwasser entsteht.

Das Thema Wasser hat am Weltwassertag viele Kölnerinnen und Kölner bewegt. (Bild: RheinEnergie)

Der Weltwassertag wurde 1992 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf die globale Relevanz von Wasser aufmerksam zu machen. Die Kölner Wasserschule verfolgt seit 2011 das gleiche Ziel – Wasser für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen und ein Bewusstsein für seinen Wert zu schaffen.

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