Ohne Rotorblätter: Sieht so die Windkraftanlage der Zukunft aus?

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Rotorblätter? Fehlanzeige! Ein spanisches Startup hat eine Windturbine entwickelt, die Strom ganz ohne bewegliche Außenteile erzeugt. Dabei machen sich die Ingenieure Windwirbel zunutze – die eigentlich bei Konstruktionen eher unerwünscht sind.

Kreisende Windräder gehören in unseren Breiten längst zum Landschaftsbild. Im Zuge der Energiewende werden es aller Voraussicht nach noch deutlich mehr. Geht es nach Plänen des spanischen Startups VORTEX Bladeless, bekommen die rotierenden Giganten in naher Zukunft Gesellschaft von Windturbinen eines ganz neuen Typs. Die Entwicklung namens Vortex mutet an wie eine in den Boden gerammte Schultüte oder, noch treffender, wie ein in den Himmel ragender Riesenjoint. Ebenso wie die Optik ist auch die zugrundeliegende Technik revolutionär: sie kommt vollständig ohne Rotoren und bewegliche Außenteile aus. Ein Umstand, der Tierschützer und Anwohner gleichermaßen erfreuen dürfte. Vögel und Fledermäusen können nicht mehr „unter die Räder kommen“. Der Lärm durch rotierende Rotorblätter bleibt ebenfalls aus.

Fördergelder in Höhe von einer Million Euro eingeworben

Zur Energieerzeugung machen sich die Ingenieure Windwirbel zu Nutze. Eigentlich sind Ingenieure peinlichst darum bemüht, diese in der Nähe ihrer Bauwerke zu vermeiden. Schlimmstenfalls können derartige Windströme diese nämlich zum Einsturz bringen. Ein trauriges Beispiel ist die 1940 eingestürzte Tacoma Narrows Bridge, die unter den durch Seitenwinde erzeugten Schwingungen zusammenbrach.

Bei den neuartigen Windturbinen sind die Windwirbel hingegen erwünscht. Die durch sie ausgelösten Vibrationen wandelt ein Wechselstromgenerator im Sockel des Vortex in Strom um. Die Schwingungen und damit auch die Stromausbeute werden mithilfe von Magneten sogar noch verstärkt. Das Unternehmen plant zwei Versionen seiner Turbine: Vortex Mini soll mit einer Leistung von vier Kilowatt aufwarten, Vortex Gran hingegen auf die durchaus ansehnliche Leistung von einem Megawatt kommen. Die Herstellung sei im Vergleich zu herkömmlichen Windkraftanlagen um 53 Prozent günstiger, die Wartung sogar um 80 Prozent. Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen benötigen die vertikalen Windturbinen weitaus geringere Abstände untereinander. Die bebaute Fläche lässt sich so bestmöglich nutzen.

Im Windkanal haben sich die Windstangen schon bewährt. Für die Weiterentwicklung und die Produktion konnten die Erfinder bereits Fördergelder in Höhe von einer Million Euro zusammentragen. Eine Crowdfunding-Kampagne soll ab Juni weiteres Kapital binden.

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