Nachtspeicherheizung: Funktion, Kosten und Alternativen verständlich erklärt

Jennifer
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Nachtspeicherheizung in einer sonnendurchfluteten Wohnung. Quelle: AdobeStock.

Wie funktioniert eine Nachtspeicherheizung?

Aufladung nachts – Wärmeabgabe tagsüber
Eine Nachtspeicherheizung lädt sich überwiegend in den Nachtstunden auf. Dabei fließt Heizstrom durch elektrische Heizstäbe, die massive Wärmespeicher – meist aus Schamottsteinen – erhitzen. Die Idee dahinter stammt aus einer Zeit, in der nachts wenig Strom gebraucht wurde und Kraftwerke gleichmäßig durchlaufen sollten. Spezielle Nachttarife machten das Heizen in dieser Zeit attraktiv.


Tagsüber gibt das Gerät die gespeicherte Wärme langsam an den Raum ab – entweder passiv über die Geräteoberfläche oder aktiv über einen integrierten Lüfter. So bleibt es im Raum warm, ohne dass permanent Strom nachfließt.

Aufladeregler und Thermostat steuern die Wärme
Wie viel Wärme gespeichert wird, steuert der sogenannte Aufladeregler. Er berücksichtigt unter anderem die Außentemperatur und bestimmt, wie stark sich das Gerät in der Nacht auflädt. Zusätzlich regelt ein Raumthermostat, wann und wie viel Wärme abgegeben wird. Eine ungünstige Einstellung führt schnell dazu, dass die Heizung zu viel oder zu wenig Energie speichert – mit direkten Folgen für den Stromverbrauch. Ein Blick auf die Regler lohnt sich daher in jedem Haushalt, in dem noch mit Nachtspeicher geheizt wird.

Was kostet eine Nachtspeicherheizung im Betrieb?

Die Kosten einer Nachtspeicherheizung setzen sich aus vergleichsweise niedrigen Anschaffungskosten und meist hohen laufenden Stromkosten zusammen.

Günstig in der Anschaffung
Im Vergleich zu wassergeführten Heizsystemen sind Nachtspeicherheizungen technisch einfach aufgebaut. Es gibt keinen Heizkessel, keine Rohrleitungen und keine zentrale Wärmeverteilung. Das senkt die Investitionskosten, was vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren ein entscheidender Vorteil war. Allerdings: Jeder Raum muss mit einem Nachtspeicherofen und in der Regel auch mit einem Starkstromanschluss bestückt werden. Die Kosten hierfür summieren sich schnell.

Hohe Betriebskosten durch Stromverbrauch
Im laufenden Betrieb zeigt sich der größte Nachteil von Nachtspeicheröfen: Eine Kilowattstunde Strom ist als Energieträger in der Regel spürbar teurer als eine Kilowattstunde Gas oder die aus Umweltwärme gewonnene Energie einer Wärmepumpe. Zwar wird bei Nachtspeicherheizungen der eingesetzte Strom technisch gesehen vollständig in Wärme umgewandelt, doch die Effizienz leidet an anderer Stelle. Die einmal erzeugte Wärme lässt sich nicht bedarfsgerecht stoppen oder präzise steuern, sondern wird kontinuierlich an den Raum abgegeben. Auch dann, wenn sie gerade nicht benötigt wird.


Gerade ältere Nachtspeicheröfen arbeiten zudem insgesamt wenig effizient und benötigen entsprechend viel Heizstrom. Wie hoch die monatlichen Kosten am Ende ausfallen, hängt von Faktoren wie Wohnfläche, Dämmstandard, Gerätetyp und individuellem Heizverhalten ab. In der Regel liegen sie aber oft deutlich über den Kosten moderner Heizsysteme.

Heizstromtarife gezielt nutzen
Für Nachtspeicherheizungen gibt es spezielle Heizstromtarife mit einem günstigeren Niedertarif in der Nacht. Voraussetzung ist in der Regel ein separater Zähler, der den Heizstrom getrennt vom Haushaltsstrom erfasst. Ein passender Tarif kann eure Kosten spürbar senken, ersetzt aber keine energetische Modernisierung. Ein Tarifvergleich lohnt sich besonders bei älteren Verträgen.

Auch wir bei der RheinEnergie bieten Heizstromtarife für elektrische Speicherheizungen an. Welcher Tarif zu eurer Anlage passt, zeigt euch unser Tarifrechner.

Nachtspeicherofen an einer Wand
Mit Nachtspeicheröfen lassen sich einzelne Räume auch unabhängig voneinander beheizen. Quelle: Adobe Stock. 

Vor- und Nachteile der Nachtspeicherheizung auf einen Blick

Vorteile

Geringe Anschaffungskosten

Kein Schornstein, keine Abgasanlage nötig

Wartungsarm im laufenden Betrieb

Einzelne Räume lassen sich unabhängig voneinander beheizen

Nachteile

Hohe Stromkosten im Vergleich zu modernen Heizsystemen

Geringe Energieeffizienz, vor allem bei älteren Geräten

Träge Steuerung – ein plötzlicher Wärmebedarf lässt sich kaum kurzfristig abdecken

Ältere Geräte können schadstoffhaltige Bauteile enthalten (u. a. Asbest)

Keine staatliche Förderung für den Neueinbau

Dürfen wir unsere Nachtspeicherheizung noch betreiben? Rechtlicher Rahmen 2026

Ein häufiges Gerücht lautet: Nachtspeicherheizungen seien verboten. Das stimmt so nicht. Schon 2009 wurde ein Betriebsverbot über die damalige Energieeinsparverordnung (EnEV) beschlossen – und 2013 wieder aufgehoben. Seitdem gibt es kein allgemeines Betriebsverbot mehr.

Auch das aktuell geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht kein generelles Aus für Nachtspeicherheizungen vor. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und im Falle eines Defekts repariert werden. Einschränkungen gibt es vor allem beim Neueinbau – insbesondere in größeren Wohngebäuden und in Neubauten, in denen neue Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen.

Wichtig zu wissen: Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Novelle, dem sogenannten Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG beziehungsweise GModG). Es soll das GEG ablösen und das Heizungsrecht technologieoffener und einfacher gestalten. Ein genauer Termin für das Inkrafttreten steht noch nicht fest. Solange die Novelle nicht verabschiedet ist, gelten die Regeln des GEG unverändert weiter.

Asbest in der Nachtspeicherheizung – was Eigentümer und Mieter wissen müssen

Ein wichtiges Thema bei älteren Nachtspeicherheizungen ist Asbest. Geräte aus den 1970er- und frühen 1980er-Jahren können asbesthaltige Bauteile enthalten. Im unbeschädigten Zustand sind sie in der Regel unproblematisch – bei Ausbau, Beschädigung oder unsachgemäßer Entsorgung entsteht jedoch ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko.

Die Entsorgung darf ausschließlich durch zertifizierte Fachbetriebe nach den Vorgaben der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) erfolgen. Wer sein Gerät austauschen möchte, sollte sich unbedingt vorab über den Gerätetyp und das Baujahr informieren. Weiterführende Informationen bietet das Umweltbundesamt auf seiner Website. 

Wann lohnt sich ein Wechsel? Alternativen zur Nachtspeicherheizung

In vielen Fällen lohnt es sich, über einen Austausch nachzudenken, vor allem bei hohen Stromkosten, häufigen Reparaturen oder einer anstehenden Sanierung.

Wärmepumpe als moderne Alternative
Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und arbeitet in der Regel deutlich effizienter als eine Nachtspeicherheizung. Aus einer Kilowattstunde Strom kann eine gut ausgelegte Anlage rund drei bis vier Kilowattstunden Wärme erzeugen. Das senkt die Heizkosten dauerhaft und reduziert den CO₂-Ausstoß besonders dann, wenn ihr die Wärmepumpe mit Ökostrom betreibt.

Bei der RheinEnergie bekommt ihr die Wärmepumpe auch im Pachtmodell (Contracting): Wir übernehmen die Investition, koordinieren die Installation mit regionalen Fachpartnern und kümmern uns um Wartung, Inspektion und Reparaturen. Ihr zahlt eine monatliche Pauschale ohne hohe Anfangsinvestition.

Förderung beim Heizungstausch
Der Umstieg auf eine moderne Heizung wird staatlich gefördert. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Zuschüsse für den Austausch alter Heizsysteme beantragt werden. Zuständig sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die KfW. Wer seine Nachtspeicherheizung gegen eine förderfähige Heizung wie eine Wärmepumpe tauscht, kann aktuell von der Grundförderung und einem zusätzlichen Geschwindigkeitsbonus profitieren. Die genauen Konditionen können sich im Zuge der GMG-Novelle ändern, ein frühzeitiger Antrag lohnt sich also.

Eigenen Strom nutzen – mit Photovoltaik und smartem Zuhause
Wer den Schritt von der Nachtspeicherheizung zur Wärmepumpe geht, kann zusätzlich Sonnenstrom vom eigenen Dach einbinden. Eine Photovoltaikanlage – mit oder ohne Batteriespeicher – senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe weiter und macht euch ein Stück unabhängiger vom Strompreis. Unser Home Energy Management System RheinSmart hilft euch dabei, Erzeugung und Verbrauch zu Hause intelligent zu steuern.

FAQ – Häufige Fragen zur Nachtspeicherheizung

Sind neue Nachtspeicherheizungen sparsamer als alte?
Neuere Modelle arbeiten in der Regel effizienter als Geräte aus den 1970er- oder 1980er-Jahren. Im Vergleich mit einer modernen Wärmepumpe bleibt der Betrieb aber kostenintensiv, weil weiterhin jede Kilowattstunde Heizwärme aus Strom erzeugt wird.

Wie lange hält eine Nachtspeicherheizung?
Die Lebensdauer liegt häufig bei 20 bis 30 Jahren – abhängig von Nutzung, Gerätetyp und Wartung. Viele heute noch installierte Geräte haben dieses Alter bereits erreicht oder überschritten.

Welche Stromtarife sind geeignet?
Spezielle Heizstrom- beziehungsweise Niedertarife sind in der Regel günstiger als ein normaler Haushaltsstromtarif. Voraussetzung ist ein getrennter Zähler für den Heizstrom. Welcher Tarif der RheinEnergie zu eurer Anlage passt, findet ihr über unseren Tarifrechner heraus.

Ihr möchtet wissen, welcher Stromtarif zu eurer Nachtspeicherheizung passt? Unser Kundenservice informiert euch gerne: 0221 3464-5300.

Wird der Austausch einer Nachtspeicherheizung gefördert?
Ja. Wenn ihr eure Nachtspeicherheizung gegen eine förderfähige Heizung wie eine Wärmepumpe tauscht, könnt ihr Zuschüsse über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragen. Die genauen Fördersätze findet ihr bei BAFA und KfW.

Lohnt sich eine neue Nachtspeicherheizung überhaupt noch?
In den allermeisten Fällen nicht. Ein Neueinbau ist rechtlich stark eingeschränkt, die Betriebskosten sind hoch und es gibt keine staatliche Förderung. Wer modernisieren möchte, fährt mit einer Wärmepumpe, einem Fernwärmeanschluss oder einer hybriden Lösung langfristig meist deutlich besser.

Fazit

Die Nachtspeicherheizung ist einfach aufgebaut und war in ihrer Zeit eine clevere Antwort auf die Gegebenheiten des Strommarkts. Heute verursacht sie allerdings hohe laufende Kosten und bietet wenig Flexibilität. Rechtlich darf sie weiterhin betrieben werden – wirtschaftlich und mit Blick auf die Wärmewende sind moderne Alternativen wie die Wärmepumpe aber fast immer die bessere Wahl.

Wer sich frühzeitig informiert, Tarife vergleicht und Fördermöglichkeiten prüft, kann Kosten senken und sein Zuhause zukunftsfest machen. Wir von der RheinEnergie unterstützen euch dabei – vom passenden Heizstromtarif über die Beratung bis zur Wärmepumpe im Pachtmodell.

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