Agri-PV in Kell am See: Doppelte Nutzung für Energie und Landwirtschaft

Eugen
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Energie erzeugen und gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen weiter nutzen: Genau das ermöglicht Agri-Photovoltaik. Die RheinEnergie hat in Kell am See in Rheinland-Pfalz ein Solarprojekt entwickelt, das zwei wichtige Ziele miteinander verbindet: den Ausbau erneuerbarer Energie und die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Das Vorhaben zeigt, wie Energie- und Agrarwende gemeinsam gelingen können.

Was ist Agri-Photovoltaik?

Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, beschreibt die gleichzeitige Nutzung einer Fläche für Landwirtschaft und Solarstromerzeugung. Anders als bei klassischen Freiflächenanlagen bleibt die landwirtschaftliche Nutzung erhalten. Die Fläche wird also doppelt genutzt: für die Erzeugung von Lebens- oder Futtermitteln und für die Produktion von erneuerbarer Energie.
Diese Doppelnutzung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Bedarf an klimafreundlicher Energie wächst stetig. Gleichzeitig sind landwirtschaftliche Flächen wertvolle Ressourcen. Agri-Photovoltaik schafft einen Ansatz, beide Anforderungen miteinander zu verbinden.
 

Das Projekt Kell am See: Agri-Photovoltaik in der Praxis

Ein konkretes Beispiel für diese innovative Form der Photovoltaik in der Landwirtschaft entsteht derzeit in Kell am See. Die Photovoltaikanlage hat eine Leistung von rund 4.175 Kilowattpeak und nimmt eine Fläche von 9,6 Hektar ein. Der Baubeginn ist im Sommer 2026 erfolgt. Die Anlage soll im Herbst zum ersten Mal Strom einspeisen. Gebaut wurde sie von Sun2Energie, einem Spezialisten für den Bau von Photovoltaik-Anlagen.

Quelle: GhettyImages. Schafe grasen zufrieden rund um eine Agri-PV-Anlage. Ein gutes Beispiel für die Mehrfachnutzung von Agrarflächen.

Wie funktioniert die Doppelnutzung der Fläche?

Die Besonderheit des Projekts liegt in seinem technischen Aufbau. Zum Einsatz kommen vertikal aufgestellte Solarmodule mit Ost-West-Ausrichtung. Zwischen den Modulreihen bleibt ein Abstand von rund zehn Metern. Dadurch stehen große Bereiche der Fläche weiterhin für die Landwirtschaft zur Verfügung.
 
Im Fall von Kell am See bleibt die Fläche als Kuhweide erhalten. Zusätzliche Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und die Photovoltaikanlage dauerhaft reibungslos zusammenarbeiten können.
Die vertikale Bauweise bietet darüber hinaus einen weiteren Vorteil: Die Stromproduktion verteilt sich anders über den Tagesverlauf als bei klassischen Südanlagen. Dadurch können sich Vermarktungsmöglichkeiten verbessern und zusätzliche Erlöse entstehen.

Warum Agri-Photovoltaik für die Energiewende wichtig ist

Für eine erfolgreiche Energiewende werden in Deutschland zusätzliche Flächen für erneuerbare Energie benötigt. Gleichzeitig soll die Landwirtschaft leistungsfähig bleiben. Agri-Photovoltaik bietet hier einen Ansatz, der beide Interessen miteinander verbindet.
Projekte wie das in Kell am See zeigen, dass die Energiewende nicht zwangsläufig in Konkurrenz zur Landwirtschaft stehen muss. Stattdessen können Flächen mehrfach genutzt werden. Die Kombination aus Solarstromerzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung schafft neue Perspektiven für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume.

Fazit: Zwei Ernten auf einer Fläche

Die Agri-Photovoltaik in Kell am See steht beispielhaft für eine innovative Form der Doppelnutzung. Während auf derselben Fläche weiterhin Landwirtschaft betrieben wird, entsteht gleichzeitig klimafreundlicher Solarstrom. Mit der geplanten Anlage verbindet die RheinEnergie Energie- und Agrarwende auf praktische Weise und sammelt wichtige Erfahrungen für zukünftige Projekte.

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