04.02.2015 Adrian

RheinEnergieStiftung Familie: Für starke Familien in Köln und der Region

Hinsehen, wo andere wegsehen – die RheinEnergieStiftung Familie hat seit ihrer Gründung im Jahr 2006 Fördergelder in Millionenhöhe vergeben. Immer im Mittelpunkt: die Familie. Dabei packt die Stiftung über die Projektträger auch heikle Themen an. 

Das Stichwort „Zuwanderung“ ist derzeit wieder in aller Munde. Hier baut sich, abseits der Bilder, die wir aus dem Fernsehen und den Zeitungen kennen, eine problematische Situation für alleinerziehende Mütter aus osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten auf. Sie haben das Wenige, was sie besaßen, hinter sich gelassen und sind voller Hoffnung auf einen neuen Anfang zu uns gekommen. Bei uns landen sie häufig in schlecht bezahlten Jobs oder, wenn sie sich anders nicht mehr helfen können, sogar in der Prostitution. Kontakt mit Behörden suchen diese Frauen nicht, weil sie in ihrer Heimat häufig schlechte Erfahrungen mit staatlichen Stellen gemacht haben. Aber es gibt eine Anlaufstelle, in der ihnen geholfen wird: der „agisra e.V.“.

Die Stiftung arbeitet eng mit der Familienbildungsstätte Köln zusammen.

Hier werden die Frauen in Bezug auf ihre Rechte beraten, bei Behördengängen begleitet und bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven unterstützt. Eine Arbeit, die in der Vergangenheit auch die RheinEnergieStiftung Familie unterstützt hat. „Leider ist die Förderung Ende 2014 ausgelaufen“, sagt Lars Hüttler, Referent der Stiftung. „Laut Förderrichtlinien können wir Projekte maximal drei Jahre fördern, in Ausnahmefällen auch vier. Aber nur, wenn eine Anschlussfinanzierung sichergestellt ist.“ Die ist im Fall von agisra e.V. leider ausgeblieben. „Dennoch hat agisra e.V. mit unserer Unterstützung an dieser Stelle viel bewirken können. Zahlreiche Frauen haben Kontakte gefunden, können mittlerweile ihre Kinder gut versorgen und arbeiten sogar selber schon als Paten für Neuankömmlinge!“ 

„Wir wollen kein Strohfeuer entfachen“

Nicht immer sind die Projekte, die die RheinEnergieStiftung Familie fördert, derart heikel. Eines aber haben alle gemeinsam: Immer steht im weitesten Sinne die Familie im Mittelpunkt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat die Stiftung Fördermittel in Höhe von fünf Millionen Euro vergeben. Das Stiftungskapital stammt in erster Linie aus Aktienverkäufen. Die Zinserträge aus dem festgelegten Kapital kommen Projekten in Köln und der Region zugute. Zweimal pro Jahr – im Februar und August – können Projektträger ihre Anträge einreichen. „Die Familienstiftung erhält pro Vergaberunde zwischen 15 und 25 Anträge“, so Lars Hüttler, „ungefähr zehn Vorhaben unterstützen wir anschließend.“ Die Projekte müssen im Versorgungsgebiet der RheinEnergie beheimatet sein und den Förderrichtlinien entsprechen. „Wir bieten Interessenten vorab Beratungsgespräche an. So können sie ausloten, ob sie für eine Förderung prinzipiell in Frage kommen.“ 

Kinder und ihre Familien stehen im Mittelpunkt der Arbeit der RheinEnergieStiftung Familie.

Beim Veedel e.V. stimmten alle Voraussetzungen. Im Sozialraum der sogenannten „Y-Häuser“ in Bickendorf konnte die Stiftung dem Verein eine Sozialarbeiterstelle finanzieren. Gemeinsam mit den Bewohnern sind seitdem Angebote für Familien, von der Hausaufgabenhilfe bis hin zu einem Mietergarten, ins Leben gerufen worden. Die Stelle ließ sich glücklicherweise mit einer Person besetzen, die schon zuvor in dieser Funktion im Viertel tätig war, in dem sie auch jetzt eingesetzt wird. „Ein Riesenpluspunkt“, weiß Lars Hüttler. „Sozialarbeiter spielen in Problemvierteln oft eine Schlüsselrolle.“ Dass der Arbeitsplatz nach Auslaufen der Förderung gesichert ist, ist ein tolles Ergebnis und zeigt, dass die Unterstützung richtig eingesetzt war. „Wir wollen schließlich kein Strohfeuer entfachen, sondern langfristig helfen. Schon bei der Vergabe achten wir deshalb darauf, dass ein Vorhaben z.B. auch für die Vergabe von öffentlichen Geldern in Frage kommt.“ Ein enger Austausch mit der Stadt und den umliegenden Landkreisen ist daher Pflicht.

Der nächste Bewerbungsschluss für Projektanträge für alle drei RheinEnergieStiftungen ist der 31. August 2015. Antragsunterlagen und Förderrichtlinien sind unter www.rheinenergiestiftung.de zu finden (Text: mit hüt, fra).

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