07.06.2018 Anna

Von Poll nach Marienburg: 40-Tonnen-Bohrer gräbt Tunnel unter dem Rhein

Mit einer Antriebsleistung von 315 Kilowatt gräbt sich die fast 40 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine „Marie-Polly“ in den nächsten Wochen durch das Erdreich – zehn Meter unter dem Flussbett. Ihr Ziel ist der Bayenthalgürtel. Voraussichtlich Ende 2019 können wir die beiden getrennten Kölner Trinkwassernetze durch den neuen Düker dann miteinander verbinden.

Die Tunnelbohrmaschine „Marie-Polly“ gräbt sich in den kommenden sechs Wochen ohne Unterbrechung unter dem Rhein hindurch. Am Donnerstag, 7. Juni 2018, bekam die Maschine nach bergmännischer Tradition feierlich ihren Namen verliehen. Über diesen hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RheinEnergie zuvor im Intranet abstimmen können. „Marie-Polly ist eine Anspielung auf die beiden Stadtteile, die unser Düker verbindet: Marienburg auf der linken und Poll auf der rechten Rheinseite“, erklärt Dr. Martin Kaupe, Projektleiter und Leiter des Bereichs „Zentrale Aufgaben Wasserwirtschaft“.

Mit einer Antriebsleistung von 315 Kilowatt gräbt sich die fast 40 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine in den nächsten Wochen durch das Erdreich – zehn Meter unter dem Flussbett. Ihr Ziel ist der Bayenthalgürtel: Unweit der markanten Bismarcksäule soll Marie-Polly voraussichtlich Ende Juli ans Tageslicht treten. Dann beginnen die Leitungsbauarbeiten in dem 722 Meter langen Tunnel. „Nach Abschluss unserer Arbeiten wird der Düker schließlich verfüllt. Er ist später nicht für Besucher zugänglich“, sagt Marsel Kropp, Projektleiter im Bereich Leitungsbau.

Voller Technik: In den kommenden Wochen buddelt sich Marie-Polly unter dem Rhein hindurch.

Dem Dükerbau vorangegangen ist im Jahr 2017 bereits die Verlegung einer neuen Trinkwasser-Transportleitung im Bayenthalgürtel. An diese rund 830 Meter lange Leitung wird der Düker im Linksrheinischen nach seiner Fertigstellung angeschlossen. Im Rechtsrheinischen entsteht derzeit noch eine Verbindung von den Poller Wiesen zum Wasserwerk Westhoven. Die Trasse dieser neuen Trinkwasser-Transportleitung erstreckt sich auf einer Länge von rund 3,1 Kilometern. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Oktober 2019.

Voraussichtlich Ende 2019 sind die beiden einst getrennten Kölner Trinkwassernetze miteinander verbunden. Bürgerinnen und Bürger profitieren dann von einer höheren Versorgungssicherheit. Sollte links oder rechts des Rheins einmal ein Wasserwerk ausfallen, kann der Düker mit Trinkwasserkapazitäten der jeweils anderen Rheinseite „aushelfen“. Im Normalbetrieb fließt nur eine geringe Menge Trinkwasser durch den Düker vom Rechts- ins Linksrheinische. 

Einen Unterschied bei Geschmack oder Beschaffenheit des Wassers aus dem Hahn werden die Kölnerinnen und Kölner dabei nicht feststellen können. Die Verbindung der beiden Netze hat keinen merklichen Einfluss auf die Trinkwasserbeschaffenheit und Trinkwasserqualität.





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