29.10.2018 Adrian

Zeitumstellung am Sonntag – zusätzliche Stunde macht zusätzliche Arbeit

Gilt künftig ganzjährig die Sommerzeit? Einige unser KollegInnen dürfte das freuen (Bild: Adobe Stock).

Wenn die Uhren um eine Stunde zurückgestellt werden, freuen sich viele von uns über eine Extrastunde Schlaf. Was uns freut, bereitet vielen Kolleginnen und Kollegen in unserem Unternehmen aber Kopfzerbrechen. Denn der Sonntag hatte anstelle von 24 plötzlich 25 Stunden. Um Chaos zu verhindern, muss die zusätzliche Stunde in zahlreichen IT-Systemen aufwendig abgebildet werden.

Sonntagnacht war es wieder soweit. Um Punkt drei Uhr wurden unsere Uhren um eine Stunde zurück auf zwei Uhr gestellt. Seitdem gilt wieder die Winterzeit – und wir konnten uns am Sonntag über eine zusätzliche Stunde Schlaf freuen. Was uns freut, ist für viele Kolleginnen und Kollegen bei uns aber ein echtes Problem. Und zwar überall dort, wo IT-Systeme im Einsatz sind, die mit Zeitstempeln versehene Zeitreihen verarbeiten. In diesen war am vergangenen Sonntag nämlich eine zusätzliche Stunde abzubilden.

„Immer wieder lästig“

„Die Zeitumstellung ist für uns immer wieder sehr lästig“, sagt Elena Lingen, Leiterin Energieeinsatz. „Es bedeutet zusätzliche Arbeit und Aufmerksamkeit alle Zeitreihen, Prozesse und Systeme, die regelmäßig 24 Stunden erwarten, zweimal im Jahr mit Werten für 23 oder 25 Stunden auszustatten.“ Das Team vom Energieeinsatz plant den Einsatz unserer Kraftwerke und arbeitet dabei eng mit den Kollegen in den Kraftwerken und der RheinEnergie Trading (RET) zusammen.

„Bei der Umstellung auf Sommerzeit fehlt eine Stunde. Da genügt es meist Werte – zum Beispiel in den Fahrplänen für die Kraftwerke- auf null zu setzen. Bei der Umstellung auf Winterzeit ist die zusätzliche Stunde – zum Beispiel bei unseren Strom- und Brennstoffbestellungen bei der RET – zusätzlich zu berücksichtigen.“

Tag und Nacht im Einsatz: Die Kollegen von der RheinEnergie Trading waren gut auf die Zeitumstellung vorbereitet

Am Ende passen muss es auch bei unseren Kolleginnen und Kollegen im Energiehandel. Die RheinEnergie Trading verkauft Tag und Nacht den von uns produzierten Strom an der Börse – oder kauft ebenda für unsere Kunden Energie ein. „Die Zeitumstellung kommt für uns ja nicht überraschend“, sagt Christian Mehl, Leiter der Abteilung Energiehandel (RET-E), „wir sind also gut vorbereitet. Natürlich schauen wir vorab noch einmal genau hin. Vor allem, wenn ein neues Tool im Einsatz ist. Die meisten Programme lassen zusätzlich zur Ortszeit aber immer die koordinierte Weltzeit mitlaufen. Probleme sind damit nahezu ausgeschlossen.“

Zeitumstellung im Messwesen unproblematisch

Und wie gehen die Stromzähler in den Häusern mit der zusätzlichen Stunde um? „Bei den mechanischen Zählern haben wir keinerlei Probleme“, sagt Joachim Kronhof, Leiter der Gruppe Technischer Service, „die bilden einfach weiter den Verbrauch ab, den wir dann beizeiten ablesen. Elektronische Zähler stellen ihre interne Uhr automatisch um, die zweimal jährlich anfallenden Umschaltzeiten sind einprogrammiert. Der Verbrauch wird dann einfach zur ‚gedoppelten‘ Stunde hinzuaddiert. Im Frühjahr wird analog eine Stunde als verbrauchsfrei registriert. Bei dieser Art der Zähler hätten wir eher Probleme, wenn die gesetzliche Zeitumstellung wegfallen würde. Dann müssten wir nämlich vor Ort die Software aktualisieren. Bei den neuen intelligenten Messsystemen wird die Uhr im Zähler automatisch mit dem Zeitserver der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt synchronisiert, über eine gesicherte Internetverbindung.“

Zeitumstellung ohne Mini-Jetlag

  • Esst am Abend vor der Zeitumstellung keine schweren Mahlzeiten. So belastet ihr euren Körper nicht unnötig. 

  • Auch wenn ihr nicht müde seit: Geht zeitig schlafen. Eine heiße Badewanne oder ein heißes Glas Milch können dabei als „Betthupferl“ wahre Wunder wirken.

  • Wenn ihr bereits am Sonntagabend den Frühstückstisch für Montagmorgen deckt und eure Kleidung zurechtlegt, startet ihr wesentlich entspannter in den Tag. Außerdem spart ihr wertvolle Minuten, die ihr länger im warmen Bett verbringen könnt. 

  • So kommt ihr morgens schnell in Schwung: Früh raus aus den Federn, frische Luft schnappen und Licht tanken. Sonnenstrahlen sind echte Wachmacher! 

  • Nichts für Zartbesaitete: heiß-kalte Wechselduschen am Morgen. Beine, Arme, dann Oberkörper, Kopf und Rücken mit kaltem Wasser abbrausen. Immer möglichst weit vom Herzen entfernt an den Außenseiten von Beinen und Armen beginnen. Den Vorgang anschließend mit warmem und dann mit kaltem Wasser wiederholen. 

  • Trotz Müdigkeit: Konsumiert in den Tagen nach der Zeitumstellung nicht zu viel Koffein. Es sorgt dafür, dass ihr am Abend umso unruhiger seid und schlecht einschlafen könnt.

An der Umfrage der Europäischen Union zur Zeitumstellung haben auch viele der betroffenen Kolleginnen und Kollegen teilgenommen. Man darf vermuten, dass sie, wie 80 Prozent der Teilnehmer, mehrheitlich für die Abschaffung der Umstellung gestimmt haben. Dabei gab es – wen wunderts – eine Mehrheit dafür, die Sommerzeit endgültig beizubehalten.

Wenn sich der Wille der EU-Kommission auch in den Mitgliedsstaaten durchsetzt, dann dürften wir wohl im nächsten Frühjahr das letzte Mal eine Uhrenumstellung vornehmen; falls wir nicht doch die Winterzeit als die eigentliche Mitteleuropäische Normalzeit beibehalten ...





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