02.08.2017 Adrian

Elektromobilität sorgt für gute Luft in Köln

Acht E-Busse sind auf der KVB-Linie 133 unterwegs (Bild: RheinEnergie).

In vielen deutschen Großstädten drohen bei hoher Stickoxidbelastung Fahrverbote für Dieselautos. Auf dem Diesel-Gipfel in Berlin haben Politiker, Verbandsvertreter und Abgesandte der Automobilkonzerne am Mittwoch versucht, eine Verbannung der Selbstzünder abzuwenden. Das vorläufige Ergebnis: eine „kleine Lösung“. In Köln setzen die RheinEnergie und die Kölner Verkehrs-Betriebe bereits konsequent auf den Ausbau der Elektromobilität.

In deutschen Großstädten stinkt es zum Himmel. Dabei hat die Luftverschmutzung mancherorts Ausmaße angenommen, die Fahrverbote für bestimmte Fahrzeugklassen immer wahrscheinlicher werden lassen. Vor allem Dieselautos sind aufgrund ihres hohen Stickoxidausstoßes von Aussperrungen bedroht. Daran, dass die Problembehebung rund um den Selbstzünder zum Selbstläufer wird, glaubt in der Gesellschaft nach dem Dieselskandal wohl niemand mehr. Die Politik hegt noch Hoffnung. So ist zu erklären, dass Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch zum Dieselgipfel nach Berlin geladen haben. Dort haben die Politiker mit Vertretern der Autokonzerne, branchennaher Verbände und Kommunen über Lösungen verhandelt, mit denen sich Fahrverbote noch verhindern lassen. Das Ergebnis: rund fünf Millionen Autos erhalten ein Software-Update. 

Bildergalerie: Unser Ford Focus electric im Praxistest

  • Für eine Probefahrt haben wir uns einen Ford Focus Electric aus unserem Fuhrpark ausgeliehen.

  • In puncto Fahreigenschaften und -komfort steht der Stromer den Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb in nichts nach.

  • Im Gegenteil: Der 145 PS-starke Motor bringt seine 250 Nm Drehmoment unvermittelt auf die Fahrbahn und sorgt so für reichlich Fahrspaß.

  • Die Mittelkonsole wirkt aufgeräumt und bietet obendrein Platz für einen Monitor.

  • Modernes Design auch bei der Geschwindigkeitsanzeige, die von zwei zusätzlichen Displays gesäumt wird.

  • Wer sparsam fährt, erntet Schmetterlinge. So reicht die Akkuladung besonders weit.

  • Praktisch: Die Rückfahrkamera liefert beim Einparken Bilder vom Fahrzeugheck.

  • Beim Tanken ist Geduld gefragt: Eine volle Akkuladung dauert an unserer TankE rund fünf Stunden. 

  • Neben dem Motor das Herzstück des Focus Electric: der Lithium-Ionen-Akku.

  • Der 145 PS-starke Motor liefert von Beginn an volle 250 Nm Drehmoment.

Das Software-Updates die erwünschten Erfolge bringen, ist unwahrscheinlich. Denn mittelfristig muss Mobilität im städtischen Umfeld neu gedacht werden. Mehr Elektrofahrzeuge, Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs, Ausbau der Fahrradwege – das sind nur ein paar Beispiele. Da scheint es ein richtiger Ansatz zu sein, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt einen Fonds ins Gespräch gebracht hat, den Politik und Autobauer gemeinsam finanzieren. Ziel ist es, mit den Geldern Pläne und Projekte zu fördern, mit denen ein moderner Verkehr in der Großstadt umgesetzt werden könnte. Konsequenter wäre es, die Kosten für den Fonds alleinig den Autobauern aufzubürden und die Steuerzahler bei der Finanzierung außen vor zu lassen.

Acht Elektrobusse in Köln unterwegs

Innovative Verkehrskonzepte stehen bei den Unternehmen des Stadtwerke Köln Konzerns, allen voran bei der RheinEnergie und den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB), bereits seit Jahren im Fokus. Seit Dezember 2016 schickt die KVB auf der Linie 133 etwa ausschließlich Elektrobusse auf die Straße. Acht der jeweils 696.000 Euro teuren Busse rollen zwischen dem Breslauer Platz am Kölner Hauptbahnhof und dem Südfriedhof in Zollstock seitdem leise und schadstofffrei durch die Stadt. 

Video: Kölns erste Elektrobuslinie

„Mit unserer E-Bus-Linie sind wir eine Vorreiterrolle eingegangen“, sagt Stephan Anemüller, Sprecher der KVB. „Wir wollten herausfinden, wie sich der Personennahverkehr in einer Großstadt wie Köln in Zukunft emissionsfrei gestalten lässt. Das Projekt ist derart erfolgreich, dass wir bis 2021 sechs weitere Linien elektrisch betreiben wollen.“ Als Problemverursacher für die Luftverschmutzung in Innenstädten sieht Anemüller den ÖPNV indes nicht. „Wer mit Bus und Bahn unterwegs ist, leistet bereits einen effektiven Beitrag zum Umweltschutz. Wirklich sauber bekommen wir die Luft in den Städten aber nur, wenn auch der Individual- und Lieferverkehr mehrheitlich elektrisch unterwegs ist.“

Allein auf der Linie 133 lassen sich pro Jahr rund 520 Tonnen COeinsparen. Beim Aufbau der für den Linienbetrieb notwendigen Schnellladetechnik war unser Unternehmen behilflich. Wir verantworten seither auch den Betrieb der Anlagen. 

Stadt, Land, Fluss: umfassendes Ladeinfrastrukturnetz

Auch an anderer Stelle setzen wir auf Elektromobilität: mit unserem TankE-Netzwerk. In Köln und der Region haben wir 130 Ladesäulen mit 230 Ladepunkten errichtet. Tendenz steigend. Ein weiteres Projekt erproben wir schon bald auf der Klimastraße, einem Teilstück der Neusser Straße in Köln-Nippes. „An drei Masten installieren wir in den kommenden Wochen TankEn“, sagt Markus Zoschke, bei der RheinEnergie verantwortlich für die Elektromobilität. Die Parkplätze daneben werden zu Stellplätzen für E-Fahrzeuge, pro Leuchtmast kann ein Auto laden. „Ist der Test mit den TankEn an Leuchtmasten auf der Klimastraße erfolgreich, könnten in Zukunft auch andere Leuchten in Köln zur Tankstelle werden.“

An unseren Schiffs-TankEn können sich Rheinschiffer ihre Käne mit Strom versorgen (Bild: RheinEnergie).

Doch nicht nur auf den Straßen stinkt es mitunter gewaltig. Auch am Kölner Rheinufer sorgen Dieselaggregate für dicke Luft. Diese versorgen die Bordelektronik der Rheinschiffe während deren Liegezeit mit Strom. Mit unseren elf Schiffs-TankEn ist der Einsatz der stinkenden Aggregate überflüssig. Sehr zur Freude der Anwohner und Spaziergänger. 

Dirk

Hallo,
ich vermisse das E-Bike, die mangelnde Unterstützung des Unternehmens am Jobrad!, Durch E-Autos werden die verstopften Strassen auch nicht besser, zwar die Luft, aber sonst nichts,

Gruss Dirk

Adrian

Hallo Dirk,

ein Fahrrad ist mit Sicherheit eine gute Alternative zum (E-)Auto. Aber nicht für jeden praktikabel – etwa wenn der Arbeitsweg zu lang ist oder die Witterungsbedingungen die Anfahrt mit dem Rad nicht zulassen. 

LG
Adrian

 

 

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