31.03.2017 Adrian

Windkanal in Köln-Merkenich – Fords neues Testzentrum ist am Netz

Leitungsbau mit Hindernissen: Die Energieversorgung für Fords Klimawindkanal-Zentrum steht (Foto: RheinEnergie).

Klirrende Kälte, glühende Hitze, orkanartige Böen – ab 2018 testet der Automobilbauer Ford in Köln-Merkenich, wie seine Pkw den Einsatz rund um den Globus verkraften. Für den Netzanschluss des neuen Testzentrums haben wir gesorgt. Dabei hätte eine Eidechse den dafür notwendigen Leitungsbau beinahe gestoppt.

Morgens bei minus 40 Grad durchs Schneetreiben, mittags bei 55 Grad durch die Wüste und am Abend bei orkanartigen Böen und Starkregen durchs Gebirge – so schnell wie in Köln-Merkenich durchfährt ein Auto die Klimazonen dieser Welt sonst nicht. Im neuen Klimawindkanal-Zentrum von Ford gehören diese Wetterextreme bald zur Tagesordnung. Auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern testet der Automobilbauer ab 2018, wie seine Fahrzeuge den Einsatz rund um den Globus verkraften.

Wenn die Anlage im kommenden Jahr in Betrieb geht, ist das auch unserem Unternehmen zu verdanken. Denn für den Betrieb der zwei Klimawindkanäle, des Höhenlabors und der vier Testkammern ist viel Energie nötig. Strom kommt zu diesem Zweck über das Umspannwerk Merkenich, Dampf liefert unser Heizkraftwerk in Merkenich. Um den Transport zu bewerkstelligen, war es nötig, das bestehende Leitungsnetz um eine 2,5 Kilometer lange Stromleitung und eine 1,3 Kilometer lange Dampf- und Kondensatleitung zu erweitern.

Eine 2,5 Kilometer lange Stromleitung und eine 1,3 Kilometer lange Dampf- und Kondensatleitung versorgen Fords Testzentrum künftig mit Energie (Foto: RheinEnergie).

Das 2,9 Millionen Euro teure Projekt haben die Kollegen des Leitungsbaus zwischen August 2015 und März 2016 umgesetzt. Unterstützt haben sie dabei Kollegen zahlreicher Fachbereiche. Denn eine Hauptabteilung alleine kann ein Vorhaben dieser Größe nicht stemmen. Während der Umsetzung galt es, mit den Leitungen u. a. Hochwasserschutzwände und Gleisanlagen zu überwinden. Zudem stellten widrige Wetter- und Bodenverhältnisse das Team immer wieder vor besondere Herausforderungen. 

Fotogalerie: Testfahrt mit unserem Ford Focus Electric

  • Für eine Probefahrt haben wir uns einen Ford Focus Electric aus unserem Fuhrpark ausgeliehen.

  • In puncto Fahreigenschaften und -komfort steht der Stromer den Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb in nichts nach.

  • Im Gegenteil: Der 145 PS-starke Motor bringt seine 250 Nm Drehmoment unvermittelt auf die Fahrbahn und sorgt so für reichlich Fahrspaß.

  • Die Mittelkonsole wirkt aufgeräumt und bietet obendrein Platz für einen Monitor.

  • Modernes Design auch bei der Geschwindigkeitsanzeige, die von zwei zusätzlichen Displays gesäumt wird.

  • Wer sparsam fährt, erntet Schmetterlinge. So reicht die Akkuladung besonders weit.

  • Praktisch: Die Rückfahrkamera liefert beim Einparken Bilder vom Fahrzeugheck.

  • Beim Tanken ist Geduld gefragt: Eine volle Akkuladung dauert an unserer TankE rund fünf Stunden. 

  • Neben dem Motor das Herzstück des Focus Electric: der Lithium-Ionen-Akku.

  • Der 145 PS-starke Motor liefert von Beginn an volle 250 Nm Drehmoment.

Doch auch die Behörden machten es den Kollegen nicht immer leicht. „Wir hatten mehrmals Probleme, die nötigen Baugenehmigungen zu erhalten“, erinnert sich Projektleiter Murat Firsatvermez. „Mal haben strenge Bestimmungen wegen des Hochwasserschutzes das Genehmigungsverfahren verzögert, mal hieß es, die Leitungen führten durch den Lebensraum einer seltenen Eidechse.“ Ein eigens beauftragter Gutachter fand schließlich heraus, dass das Reptil seinen Lebensmittelpunkt offenbar verlagert hatte. Vor Ort war es jedenfalls nicht mehr anzutreffen.

Allen Reptilien und Hindernissen zum Trotz sind mittlerweile alle Leitungen am Netz und in Betrieb. Ab kommendem Jahr kann Ford seine Autos in Merkenich somit auf Klima-Weltreise schicken. 





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