14.07.2014 Adrian

400.000 Volt: Diese Kunstwerke stehen unter Strom

Pinsel oder Zeichenstift? Viel zu gewöhnlich. Der Londoner Künstler Luke Evans bannt seine Werke mithilfe eines 400.000 Volt starken Generators auf Leinwand. Hochspannung und schmerzhafte Stromschläge sind während des Schaffensprozesses garantiert – die Ergebnisse beeindruckend.

 

Die Arbeiten von Luke Evans muten an wie detailreiche Kohlezeichnungen von Mikroben, wuchernden Zellknäueln, Gletschermassiven und Flussläufen. Doch der Londoner Künstler erschafft seine Werke nicht mit dem Zeichenstift, sondern nutzt das Prinzip der Xerografie, einer Technik, die auch in Fotokopieren und Laserdruckern zum Einsatz kommt.

 

Dabei wird ein Fotoleiter mit einer Vorlage belichtet, dadurch elektrostatisch aufgeladen und schließlich mit gegenteilig geladenen Tonerpartikeln benetzt. Unter Hitze- und Druckeinwirkung werden die Teilchen schließlich auf ein Papier übertragen. Fertig ist die Fotokopie.

400.000 Volt auf Leinwand gebannt

  • Die Arbeiten von Luke Evans muten an wie Kohlezeichnungen von Mikroben, ...

  • ... wuchernden Zellknäueln, ...

  • ... Gletschermassiven ...

  • ... und Flussläufen.

  • Doch der Londoner Künstler erschafft seine detailreichen Werke nicht mit dem Zeichenstift, sondern nutzt das Prinzip der Xerografie, ...

  • ... einer Technik, die auch in Fotokopieren und Laserdruckern zum Einsatz kommt.

  • Mit einem Van Der Graaf-Generator malträtiert Evans eine Acrylplatte kurzzeitig mit 400.000 Volt und hinterlässt so ein Ladungsgefälle.

  • Anschließend trägt er feinste elektrostatisch geladene Tonerpartikel auf, die sich mit dem zuvor erzeugten Spannungsfeld verbinden, legt ein Blatt Papier auf die Fläche und erhitzt das Ganze mit einem Bügeleisen.

  • Die Partikel haften anschließend auf dem Papier. Fertig ist das Kunstwerk. 

  • Für seine Werke zahlt Evans übrigens einen schmerzhaften Preis: „Ich habe ziemlich viele Stromschläge abgekriegt“, verriet er dem amerikanischen Technologie-Magazin Wired, „aber irgendwie fühlt es sich so an, als müsste das so sein, damit es funktioniert“.

Evans Verfahren ist ganz ähnlich. Mit einem Van Der Graaf-Generator malträtiert er eine Acrylplatte kurzzeitig mit 400.000 Volt und hinterlässt so ein Ladungsgefälle. Anschließend trägt er feinste elektrostatisch geladene Tonerpartikel auf, die sich mit dem zuvor erzeugten Spannungsfeld verbinden, legt ein Blatt Papier auf die Fläche und erhitzt das Ganze mit einem Bügeleisen. Die Partikel haften anschließend auf dem Papier. Fertig ist das Kunstwerk. 

Die Anordnung der Partikel und damit das Muster auf dem Papier überlässt Evans nicht dem Zufall.  Bei trockener Raumluft fliegen die Tonerteilchen beim Auftragen etwas weiter und nehmen so mehr Platz auf dem Acrylglas ein, der Druck wird entsprechend größer.

 

„Ich habe ziemlich viele Stromschläge abgekriegt“

Die Dauer der Stromspannung hat ebenso einen Effekt auf das Aussehen des Kunstwerks wie die Auswahl der Elektrode.  Eine dünne Spitze erzeugt netzartige Muster, wohingegen ballförmige Elektroden Kreise erzeugen. Und auch mit unterschiedlicher Polarität lässt sich gestalten: positive Felder erzeugen etwa rankenartigere Gebilde als negative.  

Für seine Werke zahlt Evans übrigens einen schmerzhaften Preis: „Ich habe ziemlich viele Stromschläge abgekriegt“, verriet er dem amerikanischen Technologie-Magazin Wired, „aber irgendwie fühlt es sich so an, als müsste das so sein, damit es funktioniert“.  

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