30.06.2017 Adrian

So kam es zum Ampelausfall in Köln

Am Freitagmorgen waren einige Ampeln in Köln außer Betrieb. Die Ursache lag im Hochspannungsnetz (Bild: Adobe Stock).

Am Freitagmorgen sind zahlreiche Ampeln im Kölner Stadtgebiet ausgefallen. An viel befahrenen Kreuzungen regelte die Polizei den Verkehr. Wie aber kam es zu dem Ausfall? Die Antwort findet sich im Hochspannungsnetz und in der sensiblen Steuerungstechnik der Ampelanlagen.

Da staunten die Autofahrer am Freitagmorgen nicht schlecht. Der morgens ohnehin zähfließende Berufsverkehr wurde im Kölner Stadtgebiet zusätzlich durch ausgefallene Ampelanlagen ausgebremst. An größeren Kreuzungen wie an der Venloer Straße oder am Militärring regelten zwischenzeitlich Polizeibeamte den Verkehr. Wie aber kam es zum Ausfall der Anlagen? 

Die Ursache liegt im Hochspannungsnetz. Genauer im 110-Kilovolt-Netz (kV). Über 110-kV-Leitungen fließt der Strom aus den Kraftwerken v.a. zu Großkunden oder in Umspannwerke. In Umspannwerken wird der Strom durch einen Transformator umgewandelt und fließt ins Mittel- und über Netzstationen weiter ins Niederspannungsnetz. Von dort aus erreicht er dann auch unsere Häuser und Wohnungen. 

Video: Unterwegs mit dem Entstördienst (Gas/Wasser)

In Köln hat es am Donnerstagabend einen Fehler in einem 110-kV-Kabel gegeben. Die Leitung verbindet ein Umspannwerk in Köln-Ehrenfeld mit einem Umspannwerk im Kölner Norden. Das Kabel geht in so einem Fall binnen Millisekunden vom Netz. Den Strom leiten die Kollegen des in diesem Bereich verantwortlichen Netzbetreibers Westnetz über andere Leitungen um. Bei einer solchen Störung kann es in den Leitungen zu einem kurzen Spannungsabfall bzw. einer Spannungsschwankung kommen. Das bemerken wir als Privatkunden meist nur durch ein kurzes Flackern der Lampen. Selten löst eine Sicherung aus und wir müssen diese wieder einschalten. Bei Großkunden und Ampelanlagen verhält es sich anders. Deren Steuerungstechnik ist so sensibel, dass selbst kleinste Schwankungen dafür sorgen können, dass sich die Anlagen abschalten. 

Manche Anlagen messen die Netzspannung im Nachgang automatisch und schalten sich wieder ein, wenn diese wieder im vorher definierten Bereich liegt. Bei einigen Anlagen – und auch bei der Steuerungstechnik von Ampelanlagen – ist das nicht der Fall. Diese müssen Fachleute wieder einschalten, was einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Störungen im 110-kV-Netz sind übrigens sehr selten, da die Leitungen bestens gewartet und überwacht werden. 





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