28.06.2017 Adrian

Mineralwasser-Test – Plastikflaschen beeinträchtigen den Geschmack

Schmeckt das Mineralwasser zitronig, kann das an der Chemikalie Acetaldehyd liegen (Bild: Adobe Stock).

Unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser sowie Fehler im Geschmack – nur elf der 30 getesteten Mineralwässer schnitten in einer Analyse der Stiftung Warentest gut ab. Bei Wasser aus Plastikflaschen beeinträchtigt eine Chemikalie den guten Geschmack.   

Mineralwasser gilt vielen als der perfekte Durstlöscher. Unberührt, frei von Kalorien, dafür mit einem hohen Gehalt an Mineralien. Soweit das Ideal. Denn eine Analyse der Stiftung Warentest (Ausgabe 07/2017) trübt das Bild des beliebtesten Getränks der Deutschen. Nur elf der 30 getesteten Mineralwässer mit mittlerem Kohlesäuregehalt schnitten gut ab, 18 waren befriedigend. Ein Wasser erhielt aufgrund eines leicht erhöhten Chrom-Wertes die Note „ausreichend“. Alles andere als überzeugend: In fünf Wässern fanden die Tester Spuren von Süßstoffen, Pestizidabbauprodukten und einem Korrosionsschutzmittel. Die Gehalte sind gesundheitlich aber unbedenklich.

Die ersten Plätze im Test belegen zwei Handels- und zwei Traditionsmarken. Sie kosten zwischen 13 und 54 Cent pro Liter. Die beiden Markenwässer sind zwar teurer, gehören geschmacklich aber zu den besten. Auch gut, geschmacklich aber weniger überzeugend, sind sieben weitere Wässer, die mit einer Ausnahme 13 Cent je Liter kosten. Zum Vergleich: Ein Liter Trinkwasser aus der Leitung kostet in Köln umgerechnet 0,2 Cent pro Liter.

Video: Woher kommt das Kölner Trinkwasser?

Als Grund für Geschmacksbeeinträchtigungen haben die Warentester unter anderem den Stoff Acetaldehyd ausgemacht. Acetaldehyd entsteht bei der Herstellung des Kunststoffs PET und kann aus den Kunststoffflaschen ins Wasser übergehen. Ist das der Fall, schmeckt es untypisch zitronig. Der Stoff ist gesundheitlich unbedenklich. Im Test erhielt die Verpackung dennoch die Note „mangelhaft“. 

Ungetrübten Trinkgenuss verspricht in dieser Hinsicht Mineralwasser aus Glasflaschen. Diese sind zwar deutlich schwerer, dafür aber frei von Acetaldehyd. Wer gänzlich aufs Schleppen verzichten will, kann seinen Durst bedenkenlos mit Leitungswasser stillen. Leitungswasser ist in Deutschland eines der am strengsten kontrollierten Lebensmitteln und mit 1,66 Euro pro 1.000 Liter* vor allem eines: unschlagbar günstig.

*(zzgl. Grundpreis für Zähler)





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