09.05.2016 Adrian

Stromausfall – so bringen wir euch wieder ans Netz

Ein umgefallener Baum, ein unachtsamer Baggerfahrer, ein Blitzeinschlag – oft sind die Gründe für einen Stromausfall banal. Alles andere als banal sind aber die Folgen, sowohl bei unseren Kunden als auch bei uns. Denn um die Kölner schnellstmöglich wieder mit Strom zu versorgen, arbeitet ein Expertenteam mit Hochdruck – rund um die Uhr.

Die Gründe für einen Stromausfall sind oft banal: häufig kappt eine Baggerschaufel ein Kabel bei Bauarbeiten und löst so einen Kurzschluss aus. Selten beschädigen ein umgefallener Baum nach einem heftigen Sturm oder ein Blitzeinschlag bei Unwettern eine Freileitung und führen zu einem Stromausfall. Noch seltener ist natürlicher Verschleiß der Kabel für einen sogenannten Erd- also einen Kurzschluss verantwortlich. Alles andere als banal sind hingegen die Folgen eines Stromausfalls. Wie abhängig wir von Strom sind und wie selbstverständlich er für uns ist, merken wir nämlich erst, wenn er fehlt. Dann bleiben der Fernseher und der Computermonitor schwarz, das Radio und die Stereoanlage still und in der Küche gibt es allenfalls kalte Schnittchen. 

24/7: Rund um die Uhr einsatzbereit

Bei uns herrscht im Falle eines Stromausfalls hingegen Hochbetrieb. Ein eingespieltes Team aus Experten sorgt dafür, dass der Strom größtenteils innerhalb von 45 Minuten wieder fließt. Doch wie läuft eine Entstörung genau ab? 

Rund um die Uhr besetzt: unsere Netzleitstelle am Parkgürtel (Foto: RheinEnergie)

Als erstes erfährt unsere Netzleitstelle von einer Störung. In der Leitstelle überwachen die Kollegen unser Strom-, Gas-, und Fernwärmenetz rund um die Uhr auf Monitoren. Bei einem Stromausfall informiert eine Software sie umgehend darüber, welche Leitung beschädigt ist. Einen Stromausfall (gleiches gilt für eine Störung im Bereich Gas und Fernwärme) melden die Mitarbeiter sofort der Netzstörungsannahmestelle. Dort grenzen die Kollegen den Schaden weiter ein. Ein Geographisches Informationssystem (GIS) bildet unser Leitungsnetz zu diesem Zweck auf einer Straßenkarte ab und gibt Auskunft, welche Areale betroffen sind. So können die Kollegen auch erkennen, mit welchen Ortsnetzstationen die betroffene Leitung verbunden ist. 

Welches Kabel ist betroffen? Mit welchen Stationen ist es verbunden? Der Netzplan gibt Auskunft (Foto: RheinEnergie).

Nun kommt der mobile Entstördienst der RheinEnergie zum Einsatz. Er fährt die mit dem betroffenen Kabel verbundenen Stationen nacheinander ab. Vor Ort kontrollieren die Kollegen, ob ein Kurzschluss vorliegt. In den Stationen können sie den Schaden so weiter eingrenzen und wissen anschließend exakt, zwischen welchen beiden Stationen das defekte Kabel liegt. Ein Teil der unversorgten Gebiete kann in der Netzstation manuell wiederversorgt werden. Dazu genügt es in der Regel zwischen den Stationen Schalthandlungen vorzunehmen. Anschließend sind die allermeisten Kunden bereits wiederversorgt. Der Strom fließt dann über andere bzw. benachbarte Leitungen um das beschädigte Kabel herum in die Haushalte. Einzig die Kunden, die unmittelbar über das defekte Kabel versorgt werden, sind nun noch ohne Strom. Um die betroffene Leitung reparieren zu können, muss sie vorab manuell vom Netz genommen, kurzgeschlossen und letztlich geerdet werden – und zwar in beiden Stationen, mit denen sie verbunden ist. So ist sichergestellt, dass später bei der Reparatur an der schadhaften Stelle niemand gefährdet wird.

Wusstet ihr schon, ...

... dass unsere Entstörfahrzeuge eine Sondererlaubnis haben und im Notfall mit Blaulicht fahren dürfen?

Sobald der Entstördienst die Spannungsfreiheit des Kabels festgestellt hat, fährt er weiter zur eigentlichen Schadenstelle. Parallel dazu organisieren die Kollegen in der Netzstörungsannahmestelle bereits ein Team für die Instandsetzung. Dafür sind sie auf detaillierte Informationen des Entstördienstes angewiesen, aus denen sich das weitere Vorgehen ergibt. Wird etwa eine Hebebühne (Freileitung betroffen) oder ein Bagger (Erdkabel betroffen) benötigt? Muss der Verkehr während der Bauarbeiten umgeleitet und dazu die Polizei involviert werden? Muss die Schadenstelle eventuell weiter lokalisiert und durch den Kabelmessdienst eingemessen werden? 

Video: So bunt strahlt unser Fernwärmenetz

Wenn das Reparaturteam steht, löst es den Entstördienst schließlich an der Schadenstelle ab und repariert die Leitung. Ist das Kabel wieder funktionsfähig, werden in den Ortsnetzstationen nacheinander wieder die Erdungsgarnituren entfernt und die Verbindungen zum Netz eingeschaltet. Ab diesem Zeitpunkt fließt der Strom wieder ungehindert durch die Leitung und alle Kunden haben wieder Strom. 

So erreicht ihr uns bei einem Stromausfall:

In Köln, Pulheim, Frechen, Hürth, Wesseling, Bornheim, Alfter, Niederkassel und Rösrath >> Telefon 0221 34645-600

In Langenfeld, Lohmar, Sankt Augustin, Königswinter und Wachtberg >> Telefon 0800 4112244

Thorsten Zoerner

Verfolgt man die Meldungen der letzten Wochen, so hat man den Verdacht, dass der Ausfall von Muffen im Verteilnetz zu einem echten Problem wird? Könnt Ihr das bestätigen? Ist das eine fehlerhafte Charge?

Adrian

Hallo Thorsten Zoerner,

wir beobachten im Moment keine erhöhte Fehleranfälligkeit der Muffen. Im Einsatz sind  Muffen der unterschiedlichsten Hersteller – eine fehlerhafte Charge ist nicht dabei. Die ältesten Verbindungen sind übrigens schon annähernd 80 Jahre alt. Alt heißt in diesem Fall aber nicht schlecht. 

Beste Grüße

Adrian

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